
Die Besiedlung der heutigen Kurstadt Piešťany und ihrer Umgebung (die heutigen Ortschaften Banka, Moravany nad Váhom und Ratnovce) geht auf die tiefste Urzeit zurück, als sich der Mammutjäger in der Nähe der heißen Thermalquellen niederließ. Dies belegt auch der archäologische Fund der Mährischen Venus – einer Frauenstatue, geschnitzt aus einem Mammutstoßzahn, aus der jüngeren Altsteinzeit.

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt Piešťany (unter dem Namen Pescan) befindet sich in der Zobor-Urkunde des ungarischen Königs Koloman I. aus dem Jahr 1113.
In den Jahren 1299, 1301-1321 gehörte Piešťany zum Herrengut von Matúš Čák Trenčiansky, dem Herrscher über den Fluss Waag und die Hohe Tatra. Nach seinem Tod bemächtigte sich der König Karl Robert von Anjou eines Teiles seiner Besitztümer. Piešťany wurde zum königlichen Besitz und bildete einen Teil der Ländereien, die zur Burg Tematín gehörten. Im Jahre 1348 schenkte der König Ludwig I. die Burg sowie das Herrengut Tematín (und damit auch Piešťany) dem Magister Mikuláš Kont. Nach dem Aussterben dieses Geschlechtes bekam Alexei Thurzo die Stadt vom König Ludwig II. Den administrativen Verkehr des Städtchens im 16. Jh. belegt u.a. auch der erste, auf slowakisch verfasste Brief aus dem Jahr 1564, geschrieben vom Schultheiß der Stadt Piešťany, Valo Kudlas, an das Magistrat der Stadt Trnava.

Die schönste Erinnerung an die Thermalquellen von Piešťany, an das Heilbad und das Leben darin hinterließ in schriftlicher Form Adam Trajan aus Benešov in seiner Ode „Das genesende Heilbad von Piešťany,“ aus dem Jahr 1642.

1720 schenkte der Herrscher Karl VI. das Herrengut Hlohovec (zusammen mit Piešťany) dem Adeligen Jan Leopold Erdödy. Das Städtchen Piešťany blieb bis 1848 im Besitz des Geschlechtes Erdödy und das Heilbad sogar bis zum Jahr 1940. Zu Beginn des 19. Jh. (vermutlich um 1820-1822) ließ Jozef Erdödy die ersten gemauerten Kurgebäude im klassizistischen Stil errichten, an denen im Laufe des gesamten 19. Jh. An- und Umbau stattfanden. Graf Erdödy ließ ebenfalls den Kurpark anlegen.

Im 19. Jh. wirkte im Heilbad auch der erste Spezialist – der Balneologe und Arzt – František Ernest Scherer, Autor des Buches: ”Über die heilenden Quellen und Heilbäder in Ungarn” (Leipzig, 1837) und der spätere Begründer der Militär-Kuranstalt (Vojenský kúpeľný ústav) in Piešťany (1863).
Zu dem markantesten Aufschwung des Heilbades kam es nach dem Jahr 1889, als es die Familie Winter von den Erdödys gepachtet hatte. In dem Zeitraum von 1889 bis 1940 verwandelte die Firma „Alexander Winter und Söhne“ das Heilbad in ein Unternehmen von internationaler Bedeutung und die kleine Stadt Piešťany, zusammen mit der Gemeinde Teplice, in eine bekannte Kurstadt. Ende des 19. Jh. – im Jahre 1894 – entsteht das Symbol des Heilbades – der Krückenbrecher, der sich heute ebenfalls auf dem Stadtwappen von Piešťany befindet.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges, im Jahre 1945, erhielt Piešťany den Status einer Stadt. Zur Entwicklung des Tourismus sowie der Sport- und Freizeitaktivitäten in seiner Umgebung trug das Errichten des Stausees Sĺňava in den Jahren 1956-1959, der Bau des Interhotels Magnólia im Jahre 1968 sowie der zwischen 1965-1980 entstandene Kurgebäudekomplex ”Balnea” auf der Kurinsel bei. Die Verbindung zwischen der Stadt und der Kurinsel schaffen zwei Brücken. Fußgänger nutzen die architektonisch eindrucksvolle Kolonnadenbrücke, die südlich gelegene „Krajinský“ Brücke, interessant in Bezug auf die technische Seite ihrer Konstruktion, dient dem Straßenverkehr.
In Piešťany lebten und schafften mehrere bedeutende Persönlichkeiten der Kunstszene. Dazu gehören der Dichter Ivan Krasko, der Schriftsteller und Dramatiker Ivan Stodola, der Buchautor Gejza Vámoš sowie der Grafiker und Maler Aurel Kajlich. In den Jahren 1932 – 1937 gründete Janko Alexy hier eine Malergruppe und lockte dadurch solch hervorragende Meister des Pinsels an wie Martin Benka, Miloš A. Bazovský, Zolo Palugyay, Jozef Kollár, Jozef Ilečko und viele andere. Eine dauerhafte Wirkungsstätte fanden hier auch zwei Bildhauer – Valér Vavro und Ladislav Ľ. Pollák. Ein kostbares Kunsterbe stellen ebenfalls die Werke des Malers Ctibor Krčmár dar. Emil Belluš bereicherte die Stadt um drei Objekte, von denen vor allem die Kolonnadenbrücke zu den Werken am Gipfel der funktionalistischen Architektur zählt. Zu den exzellenten Besuchern der Stadt Piešťany gehören u.a. der bulgarische Zar Ferdinand I., der deutsche Kaiser Wilhelm II., Maharadschas aus Indien und Malaysia sowie Präsidenten und Diplomaten aus vielen Ländern der Welt. Von den Künstlern waren es z.B. der weltbekannte Maler und Autor von Plakaten Alfonz Mucha, der russische Sänger Fjodor Schaljapin, der Tenor Richard Tauber und eine ganze Reihe Schriftsteller, Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Komponisten. Über einen längeren Zeitraum hielt sich hier der tschechische Botaniker und Universitätsprofessor Karel Domin, Autor des Buches „Piešťanská květena“ (Die Pflanzenwelt von Piešťany, 1931) auf.